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Ü60-Party: Gute Idee – aber wo bleibt Rock & Techno?

Ü60-Party: Gute Idee – aber wo bleibt Rock & Techno, die neue deutsche Welle usw. auch nicht vergessen? Wir sind selber noch keine 60, aber neugierig waren wir trotzdem. Also sind wir hingegangen. Die Idee ist klasse, die Musik war es allerdings weniger. Und am Ende habe ich mich gefragt: Unterschätzen alle vielleicht den Musikgeschmack der Generation 60 plus?

Ü60-Party – das wollte ich mir mal anschauen

Neulich war ich zum ersten Mal auf einer Ü60-Party. Mit einer Freundin, in einem Club, den meine Freundin schon vor 40 Jahren besucht hat….. lustige Zeiten und  wir haben auch gleich Wodka-Kirsch getrunken, wie in den alten Zeiten. Ich gebe zu, ich war gespannt. Was erwartet einen dort? Gute Stimmung? Eine volle Tanzfläche? Menschen, die einfach Lust haben, auszugehen, zu tanzen und einen schönen Abend zu verbringen? Die Idee fand ich nämlich grundsätzlich richtig gut.

Es gibt null Grund, weshalb man mit 60, 65 oder 70 plötzlich keine Lust mehr auf Musik, Tanzen und einen schönen Abend mit Freunden haben sollte. Ganz im Gegenteil: Gerade wenn die Kinder aus dem Haus sind und man wieder mehr Zeit für sich selbst hat, kann das Nachtleben doch ruhig noch einmal interessant werden. Also let´s go!

Die Musik … weiß jeder, ist extrem wichtig….

Zunächst war alles ganz nett. Die Veranstaltung war mittelmäßig besucht, es waren ca. 200 Menschen dort,  und ich find die Idee  grundsätzlich super und ausbaufähig. Aber irgendwann wurde mir klar: Musikalisch hatte ich mir etwas anderes vorgestellt. Es lief ziemlich viel Musik, die ich eher mit einer deutlich älteren Zielgruppe verbunden hätte.

Und bevor jetzt jemand denkt, ich hätte grundsätzlich etwas gegen Schlager: überhaupt nicht! Ein guter Schlager zur richtigen Zeit kann wunderbar sein. Mitsingen, lachen, tanzen – alles bestens.

Aber bitte nicht den ganzen Abend und fortwährend „Schleichmusik“, als wäre die musikalische Entwicklung irgendwann stehen geblieben.

Mir fehlte die Abwechslung. Ein bisschen mehr Tempo. Mehr Überraschung. Und vor allem Musik, bei der man spontan denkt: Oh ja, das war damals richtig gut!

Moment mal: Was haben die heutigen 60-Jährigen eigentlich gehört?

Genau darüber habe ich an diesem Abend nachgedacht. Wer heute 60 ist, wurde ungefähr Mitte der 1960er-Jahre geboren. Diese Menschen waren in den 80ern junge Erwachsene. Und was lief damals? Viel! Nena, Depeche Mode, David Bowie, Queen, die Eurythmics, Hubert Kah, Falco, Billy Idol, die Neue Deutsche Welle und jede Menge Rock und Pop. Aber auch Techno war bereits doch unterwegs?

Die Tanzflächen waren damals schließlich auch nicht ausschließlich mit Schlagermusik gefüllt. Und wer heute 60 oder Anfang 60 ist, hat in den 90ern in Teilen sicher noch Eurodance, House oder Techno mitgenommen. Warum sollte all das plötzlich keine Rolle mehr spielen, nur weil auf einer Einladung „Ü60-Party“ steht?

Ich hätte gern ein bisschen mehr richtig getanzt

Ich hätte mich jedenfalls über einen richtig guten musikalischen Mix gefreut. Ein bisschen Rock, etwas Neue Deutsche Welle, ein paar legendäre Disco-Hits, 80er- und 90er-Musik – und zwischendurch gern auch Schlager. Und warum nicht irgendwann ein richtig guter Dance-Track?

Natürlich muss nicht jeder Gast jeden Titel mögen. Aber genau dafür gibt es doch einen DJ: um Stimmungen aufzunehmen, verschiedene Musikrichtungen miteinander zu verbinden und die Tanzfläche lebendig zu halten. Ich glaube, da wäre einiges möglich gewesen.

Sind Ü60-Partys ein bisschen zu brav angesetzt?

Man traut Menschen über 60 musikalisch offenbar manchmal weniger zu, als sie tatsächlich mögen. Dabei kenne ich durchaus Menschen jenseits der 60, die regelmäßig Konzerte besuchen, auf Festivals gehen oder zu Musik tanzen, die mancher 30-Jährige vielleicht schon zu laut findet.

Von daher ein Aufruf für potentielle Veranstalter, hier den Blick etwas zu erweitern…   ich schicke einen Link dieses Beitrags an den Veranstalter, ist ja nur nett gemeinte Kritik bzw. Aufruf zu mehr Freiraum. Erstmal gehen wir jetzt wieder zu den Ü40-Parties, die holen uns eher ab.

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