Gingko-Präparate gelten allgemein als sinnvoll zur Verbesserung des Gedächtnisses und zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit. Auch wird Gingko die Verbesserung der Durchblutung und eine Erweiterung der Gefäße zugeschrieben. Extrakte aus Ginkgo-Blättern und -samen gelten seit vielen Jahrhunderten als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten.

Ein Millionen-Geschäft

Ginkgo bilobaDass die Einnahme von Gingko nicht immer vorbeugend gegen Gedächtnisverlust helfen muss zeigen zwischenzeitlich verschiedene Studien. Auch der Versuch, vorbeugend Gingko-Extrakt zur Vorbeugung gegen Alzheimer einzunehmen, erwies sich in vielen Fällen als nicht nachweisbar erfolgreich. Anders sah es bei bereits erkrankten Personen aus. Hier soll sich Gingko als sinnvoll erwiesen haben, wenn andere Therapien nicht möglich sind.

Dabei muss noch zwischen rezeptfreien Gingko-Präparaten und zugelassenen Arzneimitteln unterschieden werden.Bei den Arzneimitteln kann eher gewährleistet sein, dass die gewünschten Inhaltsstoffe in ausreichender Menge enthalten sind und potenziell schädliche Inhaltsstoffe, wie z.B. Ginkgolsäuren entfernt wurden.

Verschiedene Studien über die Wirksamkeit von Gingko

In einer amerikanischen Studie nahmen 3000 Teilnehmer zwischen 72 und 96 Jahren teil. Sechs Monate lang erhielt die eine Hälfte der Teilnehmer zwei Mal am Tag ein Gingko-Präparat, die andere Hälfte ein Scheinpräparat.
Das Ergebnis dieser Studie war, dass keinerlei Unterschiede in Bezug auf ein grundsätzlich verbessertes geistiges Allgemeinbefinden noch auf einzelne kognitive Funktionen des Gehirns bei allen Probanden gefunden wurden.

In einem anderen Studienvergleich kam das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer Analyse aus 2008 zu dem Ergebnis, dass der Nutzen von Gingko-Präparaten vielfältig, aber nur in Teilen konkret zu benennen ist.

So würden Patienten, die bereits psychopathologische Störungen haben und Gingko-Präparate in einer Dosierung von 240 Milligramm täglich einnehmen, durchaus positiven Nutzen daraus ziehen können.

Pharmaunternehmen stellt Studienmethoden in Frage

Bei dem Vergleich wurden sieben Studien verglichen, davon waren sechs Studien von einem Pharmaunternehmen finanziert. Dieses Unternehmen gab zu dem Ergebnis der erstgenannten Studie eine Stellungnahme ab. Demnach wies  die oben erstgenannte amerikanische Studie methodischer Mängel auf.
So sei ein kognitiver Abbau auch in der Placebogruppe kaum zu erkennen. Dabei können der Nutzen des Präparates nur dann sichtbar werden, wenn bereits erste Beeinträchtigungen wie Konzentrationsstörungen oder Vergesslichkeit aufgetreten sind. Zudem müsste eine solche Studie mindestens weitere 10 Jahre laufen, um langfristige Veränderungen sichtbar zu machen.

Stiftung Warentest über Langzeitstudie

Stiftung Warentest hat weitere Erkenntnisse veröffentlicht.  So wurden bei einer Langzeitstudie namens „GuidAge“ fast 3000 Probanden über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachtet. Die Teilnehmer waren durchschnittlich 76 Jahre alt und litten an Gedächtnisproblemen. Per Zufall erhielten Sie ein Gingko-Extrakt oder ein Placebo. Nach fünfjähriger Studie stellte sich heraus, dass ähnlich viele Patienten an Alzheimer litten, die Gingko-Therapie als Vorbeugung gegen Alzheimer genommen haben, die Einnahme also eher nutzlos war.

Anders soll es bei bereits an Alzheimer erkrankten Personen sein.  Hier gilt eine Therapie mit Gingko-Extrakt als angemessen, wenn andere, besser beurteilte Mittel nicht eingesetzt werden können.

Quellen und weitere Informationen:
Stifung Warentest – Heft 01/2013 und online
Ginkgo schützt nicht vor geistigem Verfall
Ginkgohaltige Präparate bei Alzheimer Demenz – IQWiG

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