Altenheim-Besuch-Pflegeheim

Isolation als Schutz führt zu großer Einsamkeit

Die Situation für Alten- und Pflegeheimbewohner ist im Jahr 2020 aufgrund der Corona-Situation besonders belastend und schwierig. Aufgrund der Corona-Pandemie verhängte Besuchsverbote und viele weitere Einschränkungen machen das Leben für die Bewohner, Angehörigen und das Pflegepersonal mehr als aufreibend. Die verhängte Isolation ließ viele Alten- und Pflegeheimbewohner in den letzten Monaten vereinsamt zurück.

Schutz durch Isolation war das Stichwort. Da Alten- und Pflegeheimbewohner nicht selten an Demenz leiden, ist es äußerst schwer vermittelbar, warum Angehörige sie nicht mehr besuchen dürfen oder nur in sehr eingeschränkter Art und Weise. Eine vorherige Anmeldepflicht, zu seltene Termine und einzig der Besuch ohne Berührung durch eine trennende Scheibe waren oft die einzigen Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme in den letzten Monaten.

Lockerungen seit Mai 2020

Seit Mai 2020 hat sich diese Situation etwas verbessert. In einigen Heimen sind die Einschränkungen langsam dahingehend gelockert worden, dass nun keine vorherige Besuchsanmeldung mehr notwendig ist, jedoch wird der Zugang nach wie vor kontrolliert. Es besteht weiterhin eine Maskenpflicht sowie die Pflicht zur Handdesinfektion. Besucher müssen sich auf die Messung Ihrer Temperatur einstellen und in eine Liste eintragen, beispielsweise an der Rezeption bzw. dem Eingangsbereich eines Heimes, bevor sie ihren Angehörigen sehen können.

Nicht alle Alten- und Pflegeheime haben diese Lockerungen in dieser Form umgesetzt, die Angst vor einem Ausbruch von Corona im eigenen Haus ist einfach zu groß. Da dies sehr belastend  für alle Beteiligten ist, riefen Pflegeorganisationen und der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, die Pflegeheime nun noch einmal dazu auf, eventuelle Besuchsverbote aufzuheben, da sie nicht zumutbar sind und nach derzeitiger Lage auch nicht notwendig.

Flexible Konzepte und Vorgaben statt Besuchsverbot

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn möchte diese Lockerungen soweit möglich erhalten und Isolation verhindern. Abhängig von den Fallzahlen im Herbst und Winter setzt er auf Beschränkungen und Konzepte für Kitas, Schulen und eben auch Altenheime und Pflegeeinrichtungen. Um Besuchsverbote möglichst zu vermeiden sind flexible und anpassbare Konzepte und Vorgaben notwendig, die abhängig von den jeweiligen Fallzahlen für den Schutz der Bewohner sorgen sollen.

Gradmesser ist die Anzahl an Infektionen regional

Das heißt wie in anderen Bereichen auch, sollen die Anzahl an Infektionen pro 100.000 Personen als Maßgabe für notwendige Änderungen gelten. Das könnte am Beispiel Bayern bedeuten, dass bei einem Schwellenwert von mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Personen Besucherstopps angeordnet werden können, aber nach Möglichkeit vermieden werden sollen. Es bleibt abzuwarten wie sich der Herbst und Winter 2020 entwickeln. Hoffen wir das Beste!

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