Infektionsschutz und Hygiene – in Beruf, Familie und bei der häuslichen Pflege

Infektionsschutz und Hygiene – in Beruf, Familie und bei der häuslichen Pflege

Unser Körper hat längst gelernt, mit einer Vielzahl von Erregern umzugehen, die uns täglich umgeben. Unzählige Arten von Viren, Bakterien und Pilzen besiedeln unseren Körper. Die meisten davon sind für Westeuropäer harmlos oder für unseren Organismus sogar nützlich. Einige davon können krank machen. Je nachdem, wie gut unser Immunsystem reagiert, sind wir vor Infektionskrankheiten geschützt. Infektionsschutz und Hygiene sollten längst Alltag in Beruf, Familie und bei der häuslichen Pflege sein.

In aller Regel werden Krankheitserreger direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Wir husten oder niesen sie in die Luft. Sie gelangen beim Toilettengang an unsere Hände oder werden über gemeinsam genutzte Gegenstände verbreitet. Dies gilt nicht nur im engen Familienkreis, bei Freunden oder abends im Restaurant. Infektionsschutz und Hygiene sind vor allem auch in der häuslichen Pflege geboten. Auch Lebensmittel können mit Erregern belastet sein.

Es gibt beim Infektionsschutz und der Hygiene im Alltag, in Beruf, Familie und bei der häuslichen Pflege ein paar einfache Regeln, die wirksam schützen.

1. Regelmäßig gründlich die Hände waschen
Auf den Handoberflächen befinden sich die meisten Krankheitsüberträger. Wir be-greifen nahezu alles mit den Händen. Es ist Sitte, sich die Hand zu reichen und gerne fassen wir uns selbst unbedacht mit den Händen ins Gesicht.

Gewöhnen Sie sich an, die Hände zu waschen: wenn Sie nach Hause kommen, ins Büro oder zu Besuch sind bei Freunden. Vor allem bei Personen, die zu risikogruppen gehören. Händewaschen nach dem Toilettengang. Nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen. Vor und nachdem Sie Kontakt mit erkrankten oder erkälteten Personen hatten. Händewaschen vor dem Essen sollte zur Gewohnheit werden. Genauso vor und während dem Kochen. Auf jeden Fall auch nach dem Kontakt mit Tieren.

2. Richtig Hände waschen!
Spätestens seit Corona weiß jeder, wie Händewaschen funktioniert: 20 bis 30 Sekunden gründlich einseifen, unter fließendem Wasser abwaschen und gleich abtrocknen.

3. Die Hände aus dem Gesicht fernhalten
Beobachten Sie sich selbst, wie oft Sie sich am Tag ins Gesicht fassen, am Ohr zupfen, die Nase kratzen, die Augen wischen, das Kinn aufstützen … In früheren Tagen galt dies zurecht als schlechte Angewohnheit. Auch andere ins Gesicht zufassen, etwa Kinder oder älteren Menschen, ist unhygienisch. Hände sind Krankheitsüberträger.

4. Richtig Husten oder Niesen
Egal, ob Sie Heuschnupfen haben, erkältet sind, Staub oder Pfeffer abbekommen haben. Bei jedem Niesen oder Husten schleudern Sie Partikel mit bis zu 150 km/h in die Umgebung – und gegebenenfalls dem Nächststehenden ins Gesicht. Auch ohne Erregerbelastung eine höchst unangenehme Begegnung. Es ist ein Gebot der Höflichkeit, sich beim Husten oder Niesen von anderen Personen wegzudrehen und Abstand zu halten. Um andere nicht zu gefährden, benutzen Sie ein Taschentuch oder halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Ähnlich einem Nasen- und Mundschutz.

5. Wunden schützen
Offene Wunden, Kratzer und Schnitte, sollten so abgedeckt sein, dass keine Keime eindringen können. Hat sich die Wunde bereits entzündet, schützen Sie so andere vor einer Kontaktinfektion.

6. Abstand halten
Egal womit Sie sich infiziert haben – kurieren Sie sich zuhause aus und halten Sie Abstand. Verzichten Sie auf engen Körperkontakt, Umarmungen und Küsschen. Toiletten- und Waschraum-Hygiene sollten auch privat eingehalten werden. Nutzen Sie Handtücher und Essgeschirr nicht gemeinsam.

7. Achten Sie auf ein sauberes Zuhause
Nutzen Sie zum Putzen einfach regelmäßig die üblichen Haushaltsreiniger. Achten Sie vor allem auf Sauberkeit in Küche, Bad und Toilette. Putztücher gut auswaschen, trocknen lassen und häufig wechseln. Verwenden Sie im Sanitärbereich separate Tücher, vor allem für die Toilette. Desinfektionsmittel sind in Ausnahmefällen sinnvoll. Beispielsweise um bei ansteckenden Infektionen abwehrgeschwächte Mitbewohner zu schützen.

8. Lebensmittel-Hygiene beachten
Sauberkeit in der Küche und Handhygiene sind eine gute Grundlage. Empfindliche Nahrungsmittel sollten stets gut gekühlt gelagert werden.

Rohe Tierprodukte sollten in separaten Behältern gelagert und extra bearbeitet werden. Sie sollten roh nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, die ungekocht verzehrt werden.
Fleisch und aufgewärmte Speisen sind erst ab 70 °C für den Verzehr unbedenklich. Rohes Gemüse und Obst sollte vor dem Essen gründlich abgewaschen werden.

9. Geschirr und Wäsche heiß waschen
Geschirr, Besteck, Gläser und Küchenutensilien entweder in der Spülmaschine bei mindestens 60 °C spülen oder von Hand mit reichlich sauberem Wasser und Spülmittel. Am besten nachspülen. Bettwäsche, Leibwäsche und Putztücher sollten in der Waschmaschine bei mindestens 60 °C gewaschen werden.

10. Gründlich lüften
Geschlossene Räume sollten mehrmals am Tag gründlich gelüftet werden: mehrere Minuten bei offener Tür oder weit offenem Fenstern. Das verringert die Zahl der Krankheitserreger in der Luft und schützt die Schleimhäute vor dem Austrocknen.
Die zehn grundlegenden Hygiene-Regeln sollten alltäglich sein. So schützen wir uns und andere vor Kontaktinfektionen, egal ob Corona, Grippe oder andere Infekte. Die wichtigsten Informationen, Erklär-Videos, Audiodateien, Plakate und Flyer zum Herunterladen in vielen Sprachen gibt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter dem Stichwort InfektionsSchutz.de

Desinfektionsmittel und keimfreies Zuhause

Im privaten Haushalt sind Desinfektionsmittel oft nicht notwendig bzw. nur in bestimmten Fällen sinnvoll. Ein keimfreies Zuhause ist bei Familienmitgliedern mit einer gesundheitlich guten Konstitution nicht notwendig und kann nebenbei auch mit Desinfektionsmitteln nicht erreicht werden. Da Desinfektionsmittel nicht nur Vorteile haben, sondern beispielsweise auch Allergien und Ekzeme auslösen können, sollten Sie in richtiger Dosierung und nur in angebrachten Situationen verwendet werden.

In medizinischen Einrichtungen wie Kliniken oder Pflegeheimen oder bei der Lebensmittelherstellung ist eine Desinfektion dagegen sinnvoll. Hier kann eine mikrobiologische Belastung die Gesundheit ernsthaft gefährden. Daher ist immer abzuwägen, ob der Einsatz von Desinfektionsmitteln wirklich geboten ist und ihre Vorteile überwiegen.

Gerade seit Corona gibt es in den Geschäften unzählige antibakterielle Produkte. In der Regel braucht man diese Produkte im Privathaushalt nicht unbedingt, aber auch hier gibt es Ausnahmen.

 

Sinnvoll ist es, Desinfektionsmittel im Privathaushalt zu verwenden, bei folgenden Voraussetzungen:

  • Wenn ein Familienmitglied oder Haushaltsangehöriger an einer hochansteckenden Infektion leidet. Desinfektionsmittel helfen, die Infektionskette zu unterbrechen.
  • Wenn das Ansteckungsrisiko bei Kontaktpersonen von Erkrankten besonders hoch ist, weil sie zum Beispiel durch eine Krankheit, Immunschwäche oder Chemotherapie in ihrer Abwehr geschwächt sind.
  • Wenn Hände waschen nicht möglich ist. Zu Corona-Zeiten können Desinfektionsmittel beispielsweise als Spray oder Gel für eine Handdesinfektion unterwegs sinnvoll sein, wenn das Händewaschen nicht möglich ist.

Wichtig ist dabei, dass diese Desinfektionsmittel ein Händewaschen in keinem Fall ersetzen können und dass die Anwendung entsprechend der Anweisungen erfolgt.

Das Robert Koch Institut hat Hinweise zur Reinigung und Desinfektion von Oberflächen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie herausgegeben.

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Bildquelle: IStock.com ID: 800725488 © Wavebreakmedia

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