Wohnen im Alter Tiny Houses Alternative

TinyHouses – Minihäuser für Senioren – eine Alternative im Alter?

Möchten Sie mit mehr finanziellem Freiraum und weniger Ballast in den Ruhestand starten? TinyHouses wären eine Alternative. Ein solches Minihaus können Senioren vielfältig nutzen, entweder als Einnahmequelle durch Vermietung und Verpachtung oder zum Eigenbedarf. Erfahren Sie, wie Ruheständler vom Minihäuser-Trend profitieren.

TinyHouses als Alternative: Trend zum Tiny House nimmt Fahrt auf

In Zeiten von Wohnungsmangel und steigenden Immobilienpreisen sehen immer mehr Menschen TinyHouses als Alternative. Kürzlich gewann der Trend einen prominenten Befürworter: Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen. Palmer möchte in der Universitätsstadt mehr Platz für Tiny Houses schaffen, um Senioren, Studenten und Singles günstigeres Wohnen im städtischen Raum zu ermöglichen.

Was ein Tiny House genau ist? Ein typisches Tiny House hat auf 20 bis 40 m² Wohnraum alles Wesentliche, was man zum Leben braucht: einen Wohnbereich mit Kochnische, einen Schlafbereich und einen Sanitärbereich mit Toilette und Dusche. Durch clevere Lösungen wie Podeste, Klapp- und Stauraummöbel lässt sich von Kochtöpfen bis zur Kleidung alles unterbringen. Während TinyHouses anfänglich meist ein Schlafloft hatten, gibt es inzwischen seniorengerechte Minihäuser, die im Wohn-, Schlaf- und Sanitärbereich speziell auf die Bedürfnisse von älteren Menschen (auch mit Rollstuhl) ausgerichtet sind.

Das Ganze ist auf einen Anhänger aufgebaut und damit mobil. Wenn das Haus nicht auf Rädern steht, ist es an einem Fundament festgeschraubt. Ein solches Minihaus können Senioren, ob Single oder Paar, dann als Wohn-, Wochenend- oder Ferienhaus nutzen.

Palmers Plan ist es, rund 240 Baulücken in der baden-württembergischen Stadt zu schließen. Die Grundstückseigentümer, deren Grundstücke bisher brach liegen, wurden mit der Bitte angeschrieben, entweder Baugesuche einzureichen oder ihr Grundstück an die Stadt zu verkaufen. Die Idee TinyHouses als Alternative für Baulücken hat bereits erste Erfolge: Ein Drittel der Grundstückseigentümer hat sich zurückgemeldet. Die restlichen Grundstückseigentümer will Palmer erneut anschreiben und ihnen die Option der Verpachtung für ein Tiny House schmackhaft machen.

Vorteile eines Tiny House

Einer der größten Vorteile eines Tiny House ist die Kostenersparnis. Erstens ist die Anschaffung deutlich günstiger als bei einer Eigentumswohnung oder einem Haus. Im Vergleich zur Miete profitiert man ebenfalls. Wie viel ein Tiny House kostet, lässt sich nicht ganz konkret sagen, da Größe und Ausstattung ausschlaggebend sind. Bei einem Tiny House mit Grundausstattung sollten Sie mit Kosten von etwa 40.000 Euro aufwärts rechnen. Gegen Aufpreis sind auch Extrawünsche wie eine Waschmaschine oder eine Solaranlage auf dem Dach möglich. Und zweitens: Da der Wohnraum so viel kleiner als das durchschnittliche Haus ist, sind auch die Unterhaltskosten (Strom, Wasser etc.) entsprechend niedrig. Die geringe monatliche finanzielle Belastung ist im Ruhestand eine Wohltat. Ein Minihaus kann Senioren finanzielle Freiheit ermöglichen.

Ein weiterer Pluspunkt ist der begrenzte Raum. Man wohnt wirklich nur mit dem, was man braucht und liebt. Für Ballast, der sich unweigerlich in jedem Keller und jeder Abstellkammer mit den Jahren ansammelt, gibt es schlicht keinen Platz. Das ist befreiend. Und auch das Putzen geht deutlich schneller.

Auch in Sachen Nachhaltigkeit punktet das Minihaus. Für die Umwelt sind TinyHouses eine gute Alternative. Denn bei Bau und Betrieb entstehen weniger Emissionen als bei gewöhnlichen Miets- und Wohnhäusern.

Nicht zu vergessen die Mobilität. Wenn das Tiny House auf Rädern steht, kann es an einen neuen Ort bewegt werden, ohne dass ein traditioneller Umzug nötig wird. Das ist auch praktisch, wenn man irgendwann in den Garten der Kinder ziehen will oder das Tiny House verkaufen möchte. Im Alltag lassen sich die Räder übrigens geschickt durch eine Holzterrasse verstecken. So kann auch eine rollstuhlgerechte Rampe zur Haustür führen.

TinyHouses als Alternative im Alter: So können Ruheständler profitieren

Grundsätzlich gibt es drei Szenarien, wie Senioren ein Tiny House nutzen könnten:

Variante 1: Eigenes Grundstück für ein Tiny House zur Verfügung stellen (als Einnahmequelle)

Wenn Sie Ihre aktuelle Wohnsituation nicht ändern möchten, aber über ein größeres Grundstück verfügen, können Sie mit einem Tiny House zwei Probleme auf einen Schlag lösen: Sie schaffen in einem angespannten Wohnungsmarkt Wohnraum für Singles, Studenten oder bei größeren Minihäusern auch für Paare, indem Sie ein oder mehrere TinyHouses als Alternative zu teuren Mietwohnungen anbieten. Gleichzeitig erhöhen Sie Ihre Einnahmen durch die Vermietung eines selbst angeschafften Tiny Houses oder Verpachtung an einen Tiny House Besitzer.

Variante 2: Tiny House auf eigenem Grundstück für Helfer oder Pflegepersonal

tiny-houses-seniorenMit dem Alter möchte oder kann man nicht mehr alles alleine machen. Wenn der Bedarf an Hilfe größer wird, kann es sinnvoll sein, eine langfristige, dauerhafte Hilfe in Anspruch zu nehmen, die vor Ort wohnt. Doch nicht jeder hat ein zusätzliches freies Zimmer oder fühlt sich wohl dabei, plötzlich einen Mitbewohner zu haben.

Die Lösung: Ein Minihaus, das Senioren an Studenten oder andere Einzelpersonen im Gegenzug für Hilfeleistungen vermieten können.

Der Deal lautet dann: günstige Miete gegen Hilfe im Haushalt. Konkrete Kriterien (wie viele Wochenstunden, welche Tätigkeiten etc.) sollten im Mietvertrag geregelt sein.

Ist irgendwann professionelle Hilfe gefragt, können TinyHouses auch eine Alternative zum Wohnen für Pflegepersonal sein.

Variante 3: Seniorengerechtes Tiny House für den Eigenbedarf

Sich im Ruhestand um ein großes Haus kümmern oder ein Leben lang Miete zahlen? Das möchten viele Ruheständler nicht. Durch ein Minihaus können Senioren in den eigenen vier Wänden leben, eigenständig, eigenverantwortlich und günstig.

Mittlerweile haben das viele Menschen erkannt und speziell seniorengerechte Tiny Houses sind erhältlich (barrierefrei im Wohn-, Schlaf- und Sanitärbereich). Denkbar wäre, mehrere durch Senioren bewohnte Tiny Houses auf einem Grundstück aufzubauen und zusätzliche Strukturen als Begegnungsstätten und Stauraum (etwa für gemeinsam genutzte Fahrzeuge oder Sportequipment) zu schaffen.

Vor allem im städtischen Raum, wie das Beispiel Tübingen zeigt, könnten Baulücken für solche Projekte genutzt werden. Dann wären auch für Dinge wie ärztliche Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten im Alter gesorgt.

Auch im Garten von Freunden oder Verwandten, wie den eigenen Kindern, könnte das eigene Tiny House stehen. So lässt sich eine schöne Symbiose schaffen: aktiv Zusammenleben, sich gegenseitig jederzeit helfen können und gleichzeitig eigenständig wohnen.

Interessiert? Überzeugt? Völlig gegen das Konzept TinyHouses als Alternative zur Mietwohnung oder eigenem Haus? Wir sehen uns hoffentlich in den Kommentaren und freuen uns über Ihre Meinung!

Quellen:
Stuttgarter Nachrichten

Welt.de

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Bildquelle: IStock.com ID 1255850511 © Svetlana Mokrova