Checkliste

Seniorengerecht und barrierefrei wohnen

Hier finden Sie eine Übersicht mit Gesichtspunkten, die  hinsichtlich einer barrierefreien Wohnsituation geprüft werden sollten.

Viele Möglichkeiten, die Wohnung barrierefrei zu gestalten, sind schon mit kleineren Veränderungen möglich und bedürfen keiner Umbaumaßnahmen. Dabei muss eine barrierefreie Wohnung und auch das oft hier besonders beachtete barrierefreie Bad nicht nur einfarbig weiß sein. Auch stylische Varianten sind hier möglich. Man möchte sich schließlich auch wohl fühlen beim täglichen Aufenthalt im Bad. Je früher man sich um eine barrierefreie Umgebung kümmert, desto früher amortisieren sie die Kosten.

Für den Umbau eines Bades sind oft größere Investitionen nötig. Es gibt hier Förderprogramme des Bundes und der Länder über die KfW, die Umbaumaßnahmen für mehr Barrierefreiheit unterstützen.

Eine kleine Übersicht welche Bereiche man barrierefrei gestalten kann, finden Sie nachfolgend.

Vielleicht finden Sie Bereiche, in den größere Umgestaltungen notwendig sind und können die hier aufgelisteten Kriterien in ihre langfristigen Planungen mit einfließen lassen.

Außerhalb des Wohnbereichs – Zugang zur Haustür / Eingangstür

  • stufenloser ebenerdiger Zugang – sollte dieser nicht gegeben sein, können durchgehende Handläufe und gegebenenfalls eine zusätzliche Rampe den Zugang zum Hauseingang erleichtern
  • hell beleuchteter Außenbereich
  • rutschfester Bodenbelag
  • Im Treppenhaus sollten ausreichend Handläufe vorhanden sein
  • Treppenstufen sollten rutschfest ausgestattet sein
  • ausreichende und durchgehend helle Beleuchtung
  • ein Fahrstuhl sollte über eine Sitz- bzw. Stützgelegenheit und ausreichend breite Türen verfügen, so dass auch ein Rollstuhl problemlos Zugang hat
  • Etagenknöpfe sollen angemessen niedrig angebracht sein
  • ausreichend breite Haustür
  • Türschloss, Klingel, Briefkasten und Lichtschalter an der Haustür sollten in angemessen niedriger Höhe angebracht sein
  • als Türschloss ein Sicherheitsschloss neuer Norm, z.B. Kastenriegelschloss zum Schutz vor Einbruch
  • angemessen niedrig angebrachter Türspion

Bildquelle: IStock.com ID 838504944 © AndreyPopov

Innerhalb des Hauses / der Wohnung

Flurbereich

  • gut erreichbare Garderobe mit ausreichend Stellfläche
  • Sitzgelegenheit
  • ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit

Wohnbereich

  • körpergerechte, anpassbare Sitzmöbel und gut erreichbare Ablageflächen und Schränke
  • freie Zugänglichkeit aller wichtigen Bereiche
  • ausreichend Steckdosen um Gefahren durch Stromkabel zu vermeiden
  • helle, veränderbare Beleuchtung
  • Teppichkanten vermeiden, die Stürze verusachen können oder hinderlich sind bei Rollator und Rollstuhl

Schlafzimmer

  • gut zugängliches Bett mit Verstellmöglichkeiten in der Höhe
  • Bett mit verstellbarem Kopf- und Fußteil
  • In direkter Bettnähe vorhandene Lichtschalter und Ablageflächen

Küche

  • ausreichend helle Beleuchtung
  • ausreichend breiter, bestenfalls mit einem Rollstuhl befahrbarer Küchenbereich
  • angemessen niedrige Arbeitsfläche oder in der Höhe verstellbare Arbeitsflächen
  • Sitzarbeitsplatz
  • es wird empfohlen, zwischen dem Herd und der Spüle eine Arbeitsfläche zu haben

Bad

  • Badezimmertür ohne Schwellen in ausreichender Breite, es empfiehlt sich eine Öffnung nach außen
  • rutschfeste Bodenbeläge
  • bodengleiche Dusche gegebenenfalls mit Duschsitz, mit Anti-Rutsch-Matte
  • gut erreichbarer Duschkopf
  • Armaturen mit Einhebelmischer
  • Badewanne mit Einstiegshilfe, bei Bedarf mit Badewannenbrett und Haltemöglichkeiten
  • rutschfester Badewannenbelag (rutschfeste Anti-Rutsch-Matte)
  • seniorengerechtes, höheres WC mit großem Druck-Spülknopf
  • Haltegriffe
  • höhenverstellbares Waschbecken, unter Umständen unterfahrbar
  • ausreichend Ablagefläche
  • ausreichend Bewegungsfreiheit
  • Spiegel in angemessen niedriger Höhe

 

Das Bundesministerium für Familien, Frauen, Senioren & Jugend hat auf Ihrer Website eine Checkliste erstellt. Unter “Ist meine Wohnung altersgerecht” finden Sie zahlreiche Tipps. Es gibt desweiteren viele Beratungsstellen, die den jeweiligen Städten und Gemeinden zuzuordnen sind, oder auch von Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz.

Hier kann man speziell  auf  die persönliche Situation zugeschnittene Beratungen erhalten, zum Teil kommen die Berater ins Haus, um auf mögliche “Stolperfallen” und notwendige Maßnahmen hinzuweisen.

 Gibt es finanzielle Fördermittel für barrierefreies Wohnen?

Eine anderer sehr wichtiger Punkt ist eine mögliche finanzielle Unterstützung bei größeren Maßnahmen. Hier empfiehlt es sich, einen Blick auf mögliche Förderungen durch die KfW-Bank zu werfen. Einen eigenen Fördertopf für barrierefreies Wohnen gibt es unter dem Namen Altersgerecht umbauen – Kredit. Wer die Kriterien erfüllt, kann hier vielleicht fündig werden. Da sich die Zeiträume der einzelnen Fördermaßnahmen schnell ändern, ist bei der Kfw-Bank zu prüfen, ob die Förderung noch zur Verfügung steht.

Je nach persönlicher Situation und dem Ursprung von vielleicht vorhandenen Beeinträchtigungen durch Unfall oder Berufstätigkeit, besteht manchmal auch die Möglichkeit, günstigere Kredite oder anderweitige Förderungen durch die zugehörige Berufsgenossenschaft zu erhalten. Hier ist es wichtig, sich vorher genau zu informieren.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag: Barrierefrei wohnen – Beratung und Fördermittel

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Bildquelle: Modernes barrierefreies Bad Bildquelle IStock &copy in4mal ID 804785994

6 Kommentare zu “Checkliste für barrierefreies Wohnen

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